标题: Transrapid nicht mehr lustig [打印本页] 作者: Fatimah 时间: 2006-9-18 17:22 标题: Transrapid nicht mehr lustig
Transrapid nicht mehr lustig
Thyssen droht mit Verkauf
ThyssenKrupp fordert binnen 18 Monaten eine endgültige Entscheidung über den Bau der Transrapid-Strecke in München. Scheitere das Projekt, könnten Technologie und Arbeitsplätze nach China gehen.
"Wir haben zu entscheiden, ob wir in Deutschland die Bücher für diese Technologie zumachen", sagte Konzernvorstand Olaf Berlien am Wochenende im griechischen Skaramanga bei Athen. Die Entscheidung werde binnen anderthalb Jahren fallen. Der Bund und das Land Bayern müssen sich noch über die Finanzierung der rund 36 Kilometer langen Strecke zwischen dem Münchener Hauptbahnhof und dem Flughafen der bayerischen Landeshauptstadt einigen.
Andernfalls müsse sich der Konzern nach Alternativen für den gemeinsam mit Siemens entwickelten Transrapid umsehen: "In 18 Monaten entscheidet ThyssenKrupp, ob die Technik an China geht. Der Transrapid wäre dann ein deutsch-chinesisches Produkt, was einen Technologie-Transfer nach China bedeuten würde", warnte er. Möglich seien ein Gemeinschaftsunternehmen in China oder eine Vertriebspartnerschaft. In Deutschland würden damit keine Arbeitsplätze geschaffen. Bei einer gemeinsamen Vermarktung könne der Konzern binnen drei bis fünf Jahren die Investitionskosten für den bisherigen Verlustbringer wieder hereinholen.
ThyssenKrupp sehe sich bei der Entscheidung nicht durch die Partnerschaft mit Siemens behindert: "Die Magnetbahntechnologie kommt allein von ThyssenKrupp, der Rest kommt von Siemens. Für unseren Teil können wir allein entscheiden", betonte er.
Vorsicht: Chinesen am Start
Weltweit ist der Transrapid bislang nur in der chinesischen Metropole Schanghai im Betrieb, wo er den Finanzdistrikt Pudong mit dem Flughafen verbindet. Berlien argumentiert, dass die Magnetschwebebahn sich nur dann aus Deutschland verkaufen lasse, wenn eine Strecke im Inland realisiert wird. Interesse am Transrapid hatten auch die USA und Katar gezeigt. Zudem bestehe die Gefahr, dass China mit einem eigenen Transrapid an den Start gehen könnte. Noch sichere die in Deutschland entwickelte Technologie einen großen Vorsprung. Doch die Lücke könne in fünf bis sieben Jahren geschlossen werden.
"Ich hoffe für den Standort Deutschland, dass wir es selbst hinbekommen", sagte Berlien. "Wenn der Auftrag in München kommt, sind das für uns 400 Mio. Euro Umsatz im Geschäftsjahr", rechnete er vor. Die Finanzierung der deutschen Strecke, die nach Schätzungen rund 1,8 Mrd. Euro kosten soll, ist allerdings unklar. Verbindungen im Ruhrgebiet und zwischen Hamburg und Berlin waren wegen der Kosten verworfen worden.
"Irgendwann ist Schluss mit lustig"
Berlien beklagte, dass in Deutschland zu oft lange Debatten um den Einsatz innovativer Technologie geführt würden: "Wir haben in Deutschland die Mentalität, das Haar in der Suppe zu suchen. Im Fall des Transrapid sei ThyssenKrupp aber nicht mehr bereit, einem endlosen Tauziehen um die Finanzierung der Strecke in Bayern zuzuschauen: "Irgendwann ist Schluss mit lustig." Für ThyssenKrupp habe die Magnetschwebebahn wirtschaftlich nur eine untergeordnete Bedeutung. Der Jahresumsatz mit dem Zug von 110 Mio. Euro sei nur eine "homöopathische Dosis".
"Wir werden kein Verkehrstechnikkonzern", unterstrich er. Deshalb komme es für den Konzern nicht in Frage, die Strecke in München selbst zu realisieren. Dieses Infrastrukturprojekt sei Sache von Land und Bund.